Wie Rituale Kindern helfen
Rituale bringen Ruhe ins Leben, durch die immer wiederkehrende Wiederholung einzelner Situationen wird das aktive Denken teilweise ausgeschaltet. Der eingeübte bekannte Ablauf der Dinge ersetzt in einer hektischen fordernden Welt oft gezielte Meditation und andere Beruhigungsmaßnahmen für nervöse Menschen.
Rituale beruhigen und verschönern einfache Dinge wie Mahlzeiten, das Zusammenleben als Familie, das Lösen von Problemen, einfach alles, was ab sofort in einer geregelten Form abläuft.
Tischrituale – zum Grausen oder Wohlfühlen?
Tischrituale sind vielen Kindern (interessanterweise auch vielen Eltern) verhasst. Grund dafür sind veraltete Erziehungsmethoden, die lange Erziehung mit Zwang zu unbedingtem Gehorsam und unsinnigen Demutsbezeugungen vor Erwachsenen und Kirche verwechseln.
Es muss jedoch kein altertümliches Tischgebet sein, das die versammelte Runde am Tisch vereinigt!
In der Kindheit bis hin zur Pubertät genießen es gerade Kinder, Mahlzeiten mit einem lustigen Spruch oder einem Lied zu eröffnen.
Schon einander einen guten Appetit zu wünschen, kann sich in einer Runde von wuseligen, quirligen Kindern zum liebevollen Signal entwickeln. Die Welt mit all ihrer Hektik bleibt vor der Haustür und alle am Tisch nehmen gemeinsam und friedlich eine Mahlzeit ein.
Ein Tischritual kann auch sein, sich gegenseitig zu erzählen, was sie am Tage erlebt haben. Auch die Kleinsten lernen so, sich gleichberechtigt zu Wort zu melden.
Das beliebte Zu-Bett-Geh-Ritual!
Diese Rituale entgleisen mitunter bei besonders pfiffigen Kindern, denn sie verstehen es dank psychologischer Führung, die angenehmen Momente auf ein Vielfaches zu strecken als eigentlich vorgesehen sind.
Wann sonst haben Mama oder Papa schon so viel Zeit nur für das Kind allein? Werden Sie dadurch nicht ärgerlich und fühlen Sie sich auf keinen Fall ausgenutzt. Geben Sie dem Kind die Zeit, denn es braucht sie!
Haben Sie Bedenken, dass es dadurch abends einfach zu spät wird, fangen Sie einfach eher an. Oft unterbrechen Kinder beim Lesen und das Ritual wird deshalb als nervig empfunden, lassen Sie Ihr Kind die Geschichte einfach selbst weitererzählen, entspannen Sie sich und erfreuen sich an der Phantasie ihres Nachwuchses!
Ihr Kind mag keine Gute-Nacht-Geschichten? Kein Problem, besorgen Sie Fingerpuppen, mit denen erfundene Geschichten nachgespielt werden, Alltagssituationen verdaut werden oder einfach Spaß gemacht wird.
Welche Rituale helfen Ihrem Kind?
Wo könnten Sie ansetzen, hilfreiche Rituale im Alltag Ihres Kindes einzusetzen? Kann Ihr Kind sich vielleicht nicht angstfrei an die Hausaufgaben setzen? Hat es keinen Appetit oder zu viel desselben? Gerät das Aufstehen morgens regelmäßig aus dem Gleis, weil die Schultasche noch nicht gepackt wurde und eigentlich gar nichts richtig organisiert abläuft?
Da das Kind beim Ritual mitmachen muss, damit es auch die gewünschte Wirkung hat, sollten Sie gemeinsam herausfinden, wo Sie zusammen beginnen, in das Chaos einen Hauch von Ruhe einzubringen, durch ein schönes und hilfreiches Ritual!
