Wie bekämpfe ich Computerspiel-Sucht?

Es ist längst kein neues Phänomen mehr und doch stehen direkt und indirekt Betroffene dem Problem oft noch ratlos gegenüber: Computerspiel-Sucht.

Vor allem durch den Vormarsch der Online-Rollenspiele wie World of Warcraft hat die Sucht unter den Gamern rasant zugenommen. Wieso? Nun dies liegt maßgeblich an der Tatsache, dass viele der neuen Spiele unter der Prämisse konzipiert werden, den Suchtfaktor in sich zu bergen.

Spiele sollen also zu einem bestimmten Grad süchtig machen. Die Storys werden immer seltener in Level eingeteilt, die dem Spieler erlauben nach einer erledigten Aufgabe den Spielstand zu speichern und einfach aufzuhören.

Die Geschichte geht nahtlos weiter und so fällt es Spielern schwerer sich zu lösen. Zudem werden in vielen Spielen die Spielcharaktere nach und nach geformt, weswegen die Spieler stets auf der Jagt nach der nächsten Verbesserung sind.

Online-Rollenspiele = Suchtfalle?

Gerade jungen Spielern fällt es meist sehr schwer, sich die effektive Spielzeit jeden Tag richtig einzuteilen. So verlängert sich die Zeit vor dem Rechner fast schon automatisch von Tag zu Tag und wichtige Aufgaben bleiben unerledigt.

Neben Hausaufgaben und Hausarbeit bei schulpflichtigen Spielern, kann dies bei jungen Erwachsenen auch wichtigere Aufgaben umfassen. Spätestens wenn Klausuren aus Zeitmangel nicht bestanden werden oder zwischenmenschliche  Beziehungen unter den Spielen leiden müssen ist höchste Zeit zu handeln.

Die Sucht erkennen

Man kann nur schwer einschätzen welcher Schritt schmerzhafter ist. Sich selbst einzugestehen, dass man der Sucht nach Computerspielen erlegen ist, oder sich als Eltern der Tatsache zu stellen, dass man die Kontrolle über das Spielverhalten der eigenen Kinder verloren hat.

Beides ist sicher schmerzhaft, jedoch muss dieser erste Erkenntnisschritt vollzogen werden, damit man sich selbst oder dem Kind helfen kann. Wer die Augen vor der Wahrheit verschließt und das Suchtpotential der Spiele herunterspielt, kann spätestens beim nächsten Zwischenzeugnis eine böse Überraschung erleben.

Fehler vieler Eltern

Viele Eltern machen den Fehler, der Sucht mit Verboten und restriktiven Maßnahmen wie Internetsperren beikommen zu wollen. Zudem wird das jeweilige Spiel und die dazu gehörige Konsole strikt verteufelt.

Dies ist insbesondere bei Kindern in der Pubertät eine schwierige Vorgehensweise. Stattdessen sollten all die tollen Dinge verdeutlicht werden, die durch die übermäßige Computernutzung verpasst werden.

Es kann zudem ratsam sein, im direkten Umfeld des Kindes nach Freunden zu suchen, die den Computerspielen nicht erlegen sind. Wenn diese den eigenen Nachwuchs zu anderen Aktivitäten animieren können, kann dies Eltern nur recht sein.

Nichts hilft…

Wenn alles nicht mehr so recht helfen mag, bleibt nur der gemeinsame Weg zum Psychologen. So ist es nicht selten der Fall, dass hinter der Computerspiel-Sucht (Wie bei anderen Süchten auch) wesentlich tiefgreifende Probleme verborgen liegen.

Doch diese können weder junge Menschen, noch Eltern für sich lösen. Hierbei braucht jeder Hilfe und man ist gut beraten, diese auch anzunehmen.