Echte Mädchen – Echte Jungs

In den 70er Jahren war Schluss mit der traditionellen rollenspezifischen Erziehung. Pippi Langstrumpf hatte es deutlich vorgemacht, dass auch Mädchen stark und schlau sind und vor allem Spaß haben wollen!

Inzwischen ist die Tendenz zu geschlechtsspezifischer Erziehung jedoch wieder im Trend.

Freche Mädchen machen Karriere und sind kreativ und mutig!

Natürlich sind anpassungswillige kleine Mädchen viel angenehmer als freche Nervensägen, vor allem wenn noch wilde Brüder in der Familie für Turbulenzen sorgen.
Eltern brauchen mit gehorsamen Mädchen nicht viel zu diskutieren, es ist einfach beruhigend und bequem, niemals auf Widerstand zu stoßen.

Aber, ist es gerecht, ein stetig diplomatisches unauffälliges Verhalten von einem Kind zu erwarten, nur weil es ein Mädchen ist? Ein freches aufmüpfiges Mädchen bekommt „keinen Mann ab“?

Diese Drohung bewirkt heutzutage nur noch Heiterkeit beim selbstbewussten weiblichen Geschlecht. Dank guter Schulbildung ist es jedem Mädchen möglich, sich einen eigenen kleinen Hausstand zu erarbeiten, ein weiblicher Single ist nichts Ungewöhnliches mehr!

Verunsichern Sie Ihre Töchter nicht mit Erwartungen an Ihr Verhalten, achten Sie auf Talente und Stärken der Mädchen und fördern Sie diese!

Verträumte Jungs sind liebenswerte Partner und werden liebevolle kreative Väter!

Genieren Sie sich gelegentlich, weil Ihr Junge mit Blumen spricht, über die tote Katze weint und Gedichte schreibt? Seien Sie stolz, denn Ihr Sohn ist ein ganz besonderes Kind! Fördern Sie ihn, ohne seinen Charakter zu zerstören. Es lohnt sich. Jungs, die nicht wie „echte Jungs“ scheinen, bergen die tollsten Eigenschaften, die einer späteren Bindung zum weiblichen Geschlecht übrigens gar nicht im Wege stehen müssen.

Lassen Sie ihn tanzen und singen, wenn er Fußball hasst. Gehen Sie mit ihm Zelten und im Wald spazieren, wenn ihn Sportwettbewerbe zutiefst abstoßen. Ein Junge, der so seinen Weg finden darf, wird ein selbstbestimmtes, glückliches Leben führen.

Wer ist mein Kind?

Wie Ihr Kind wirklich ist, sehen Sie als Eltern nicht so klar. Freunde oder Bekannte, die  zu Ihrer Familie einen gewissen Abstand haben, schauen da anders auf Ihren Nachwuchs.
Fragen Sie andere Menschen, deren ehrliche Antwort Sie schätzen, und scheuen Sie sich nicht, bei ungutem Gefühl Hilfe bei einer Beratungsstelle zu suchen.

Oft ist das Kind gar nicht so anders als seine Alters- und Geschlechtsgenossen. Und falls doch, sollten Sie nicht verzweifeln, sondern mit Hilfe von außen eine gute Strategie entwickeln, wie Sie Ihr Kind am besten unterstützen.

Fragen Sie ihr Kind, woran es Spaß hat, bevor Sie es in die Kurse und Vereine zwingen, die alle anderen besuchen und anscheinend sooo viel Spaß haben.

Suchen Sie Bücher und Kleidung gemeinsam aus, um Frust bei den Festen zu vermeiden. Versuchen Sie Neigungen und Stärken und Interessen des Kindes zu erkennen und genau diese zu fördern.